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Beim Gassigehen mit den Hunden haben wir im
Oktober 2005 eine flugunfähige Rabenkrähe gefunden. Diese wurde im Sonntagsdienst tierärztlich untersucht (nichts gebrochen) und uns der Rat gegeben, sie ein paar Tage zu beherbergen, und dann zu versuchen, ob sie
wieder fliegen könnte.
Nachdem das nicht der Fall war, haben wir sie ins Vogelschutzzentrum Mössingen gebracht. Der dortige Tierarzt hat uns nach ein paar Tagen Beobachtung mitgeteilt, dass das Tier
nicht wieder gesund werden wird. Er könne seine Flügel nicht abspreizen vermutlich durch einen genetischen Defekt und werde nie fliegen können. Dadurch wäre er leichte Beute für
Raubvögel oder Katzen. Des Weiteren habe er ein steifes Bein, an dem sich die Krallen nicht abnutzen würden, so dass damit zu rechnen wäre, dass diese irgendwann in den
Fußballen einwachsen. Aus diesen Gründen sei die Rabenkrähe in der freien Natur nicht lebensfähig, er würde sie einschläfern.
Das wollten wir nicht, nun ist es aber gar nicht
so einfach, eine Genehmigung für die Haltung eines besonders geschützten Wildvogels zu bekommen. Zum glück hatte ich mit einem netten Sachbearbeiter zu tun, und nun ist unser Zoo um eine Rabenkrähe reicher ;-)
Nun haben wir 3 Tage damit verbracht, eine Voliere für ihn zu bauen.
Noch ist Krakra scheu, aber es heißt, Rabenvögel können sehr zutraulich werden, wir hoffen, er gewöhnt sich bald an uns.
Die ersten Krakra-Fotos:
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Krakra in der neuen Voliere beim Sonnenbad...
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...und mit der ersten aus der Hand genommenen Erdnuss- die er dann doch hat fallen lassen, statt sie zu fressen.
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Bilder der Voliere:
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Die Voliere haben wir auf das Flachdach unseres Badanbaus gebaut, rauf gehts mit einer Leiter. Die linke Seite ist überdacht. Links vorne sein Plastikkästchen am Boden, links hinten sein
Häuschen, wo er gern sitzt und Ausguck hält (auf dem Bild unten nochmal größer).
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Die Zutraulichkeit macht Fortschritte, nun nimmt Krakra schon Fleisch aus der Hand und bleibt auf der Stange sitzen (10.11.05):
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heute (20.11.) war der erste “Krakra-Tüv” fällig: Wiegen (412 g), Federkleid untersuchen und Krallen kontrollieren. Er hat sich brav angestellt fürs erste Mal ;-) und war auch nicht
nachtragend, sondern hat sich danach mit Fleisch füttern lassen.
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Auf der Suche nach einem Gefährten für Krakra habe ich im Dezember 05 Gitte Müller kennen gelernt. Sie hat sich Krakra angesehen und sagte, es sei kein Jungvogel von diesem Jahr,
sondern mind. von letztem Jahr, und daß ihr in seinem Fall “genetischer Defekt” sehr unglaubwürdig vorkommt. Sie untersuchte ihn ausführlich und befürchtete, daß er aufgrund einer
Verletzung so sei. Sie äußerte die Vermutung, daß er angeschossen worden sein könnte.
Tags darauf waren wir bei der von Gitte empfohlenen Tierärztin. Und ich finde es immer noch total unfassbar- er hat wirklich 2 GESCHOSSE im Körper (die hellen Flecken auf dem Röntgenbild)!
Da muß einer 2 x mit einem Luftgewehr auf den armen Vogel geschossen und ihn dann liegen lassen haben. Ich bin total entsetzt! Und daß dann weder der Notdienst, noch die Vogelstation auf
die Idee gekommen sind, danach mal zu schauen... denen ist es doch bekannt, daß es sowas häufiger gibt! Also lag Gitte mit ihrer Einschätzung leider richtig :-(((
Jetzt wissen wir auch, warum er so mager und recht ruhig ist, der arme! Mit Schmerzen schmeckt ja auch nichts richtig.
Es haben sich mehrere Tierärzte Krakra angesehen. Mittlerweile bekam er Schmerzmittel, Traumeel und Rescue Tropfen. Es schien ihm damit etwas besser zu gehen.
Am 13.12. 05 war ich noch bei einem vogelerfahrenen Tierarzt. Er meinte, das Geschoß in der Brust könne drin bleiben, Probleme mache das in der Schulter. Er
konnte es nicht ertasten. Wir entschlossen uns, da nichts zu verlieren war, eine OP zu versuchen. Leider gelang es dabei trotz sehr geduldigem Operateur nicht, das
Geschoß zu entfernen. Deshalb ließen wir Krakra nicht mehr aufwachen. Der arme kleine hat echt viel mitgemacht und weiteres Leid wollten wir ihm ersparen. Der
Tierarzt zeigte mir die Stelle: durch den Einschuss wurden Federteile in den Knochen eingebracht, der Knochen war gebrochen und es hatte sich Eiter gebildet.
Armer Krakra, es tut mir leid, daß es Menschen gibt, die dir so viel Leid angetan haben! Wir wünschen Krakra eine gute Reise... jetzt kann er wieder fliegen.
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